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Prosa

Die Prosa ist eine formal ungebundene Schreib- und Redeweise. Sie reicht von Alltagssprache und Sachtexten bis zu den vielfältigen Formen literarischen Erzählens.

Aufgeschlagenes Buch mit dicht gesetztem Prosatext
Ein Begriff zwischen Gebrauchssprache, Erzählkunst und wissenschaftlicher Darstellung.

Begriff und Gebrauch

Was bedeutet Prosa?

Prosa bezeichnet eine Schreib- und Redeweise, die nicht durch Metrum, Reim oder eine feste Versordnung gebunden ist. Der Begriff geht auf das lateinische prorsa oratio zurück und verweist auf eine geradewegs fortschreitende Rede.

In ihrer alltäglichen, nichtliterarischen Verwendung vermittelt Prosa Informationen und Gedanken: etwa in Gesprächen, Briefen, Reden, Artikeln, Sachbüchern, wissenschaftlichen Arbeiten, Gesetzestexten oder Gebrauchsanweisungen.

Literarische Prosa gestaltet Sprache bewusst. Wortwahl, Satzbau, Rhythmus, Bildlichkeit und Perspektive prägen dabei die Wirkung eines Textes. Ihr Spektrum umfasst große Formen wie den Roman ebenso wie Novelle, Erzählung, Kurzgeschichte und Fabel.

Prosa kann fiktional erzählen oder nichtfiktionale Aussagen entwickeln. Zwischen beiden Bereichen liegen Formen wie Essay, Feuilleton, Memoiren und Biographie, die sachliche Darstellung mit persönlicher oder literarischer Gestaltung verbinden.

Im Verhältnis zu Lyrik und Dramatik ist Prosa deshalb weniger eine einzelne Gattung als eine grundlegende Form sprachlicher Darstellung.

Formen der Prosa

Nichtfiktionale Prosa

Aphorismus · Autobiographie · Biographie · Essay · Memoiren

Fiktionale Prosa

Erzählung · Fabel · Kurzgeschichte · Legende · Märchen · Novelle · Roman · Saga · Sage

Kürzere und thematische Formen

Prosaminiatur, Skizze und Reiseliteratur verbinden knappe Darstellung oder ein bestimmtes Thema mit prosaischer Form.

Literaturgeschichte

Von der Rede zur Erzählkunst.

Prosatexte begleiten die europäische Wissens- und Literaturgeschichte seit der Antike. Ihre Formen verändern sich mit ihren Aufgaben, Medien und Leserinnen und Lesern.

Philosophie und Geschichtsschreibung

In Griechenland wurde Prosa für philosophische, wissenschaftliche und historische Darstellung genutzt. Dialoge, Reden und Geschichtswerke entwickelten eigene stilistische Verfahren.

Übersetzung, Recht und Erzählung

Neben der vorherrschenden Versliteratur entstanden Chroniken, Predigten, Rechtsbücher und Prosafassungen mündlicher Erzähltraditionen.

Neue Erzählformen

Humanistische Gelehrsamkeit, Übersetzungen und die Novellistik erweiterten die Möglichkeiten der Prosa. Der Prosaroman gewann zunehmend an Bedeutung.

Der Roman als Leitform

Seit dem 18. Jahrhundert rückten Roman, Novelle, Erzählung und Essay in den Vordergrund. Auch Drama und Lyrik erprobten zunehmend prosaische Formen.

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Verwandte Zugänge

Prosa lässt sich über Form, Inhalt und literaturwissenschaftlichen Zusammenhang erschließen.

Epik

Erzählende Literatur und ihre Formen zwischen Handlung, Figuren und Perspektive.

Literatur

Begriffe, Gattungen und Kontexte für eine genauere Lektüre.

Roman

Die umfangreiche Prosagattung und ihre historischen Spielarten.

Erzählung

Kürzere literarische Prosa zwischen Ereignis, Stimme und Verdichtung.

Weitere Wege durch das Archiv: Literaturbegriffe, Gattungen und Buchgeschichte.

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