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Definition
Schreiben bezeichnet das Aufzeichnen von Schriftzeichen, Buchstaben oder Schrift auf einem Medium beziehungsweise Beschreibstoff. Zusammen mit dem Lesen ermöglicht es die Teilnahme am kulturellen, sozialen und beruflichen Leben.
Die Geschichte des Schreibens ist eng mit der Geschichte der Schrift verbunden. Sie reicht von frühen Kerben und Bildzeichen bis zu digitalen Texten und umfasst damit eine lange Folge technischer und kultureller Veränderungen.
Durch Schreiben konnten Menschen Wissen festhalten, sammeln und überliefern. Grundlage ist ein System wiederkehrender grafischer Zeichen, etwa ein Alphabet. Auch Alphabete bleiben in Bewegung, weil sich Sprache, Medien und gesellschaftliche Konventionen verändern.
Überblick
Zwei Entwicklungen haben das Schreiben besonders nachhaltig verändert: die Verbreitung des Buchdrucks und später die Erfindung des Computers mit der digitalen Textverarbeitung. Der Buchdruck machte Texte in größerer Zahl zugänglich; digitale Werkzeuge beschleunigten Herstellung, Bearbeitung und Verbreitung.
Schriftlichkeit war historisch keineswegs selbstverständlich. Im europäischen Mittelalter konzentrierte sich die Fähigkeit zu lesen und zu schreiben stärker auf Städte, Höfe, religiöse Einrichtungen und Verwaltungsberufe. Schreiber übernahmen deshalb wichtige Aufgaben bei der Herstellung und Sicherung von Dokumenten.
Mit dem Buchdruck, der sich ab dem 15. Jahrhundert in Europa ausbreitete, sowie mit Bildungsausbau, Industrialisierung und Verstädterung veränderten sich die Bedingungen. Lesen und Schreiben wurden schrittweise zu grundlegenden Kulturtechniken breiter Bevölkerungsschichten.
Mindestens zwei Werkzeuge
Zum Schreiben gehören mindestens ein Schreibgerät und ein Beschreibstoff. Historische Beispiele sind der Griffel auf einer Tontafel, der Federkiel auf Pergament oder der Pinsel auf Papier. Heute tritt häufig ein drittes Element hinzu: der Schreibstoff, etwa Tinte. Bei digitalen Texten übernehmen Tastatur, Bildschirm und Speichermedium gemeinsam diese Funktionen.
Fünf Grade der Schreibkompetenz
Schreibkompetenz lässt sich als Entwicklung verschiedener Fähigkeiten betrachten. Das Modell von Carl Bereiter unterscheidet fünf miteinander verbundene Formen:
- Assoziatives Schreiben: Gedanken und Sprache werden spontan festgehalten, ohne dass eine ausführliche Planung vorausgeht.
- Performatives Schreiben: Ein Text wird so gestaltet, dass er grammatischen und orthografischen Regeln entspricht.
- Kommunikatives Schreiben: Inhalt, Ton und Aufbau richten sich an mögliche Leserinnen und Leser.
- Reflektiertes Schreiben: Der fertige Text wird geprüft und hinsichtlich Aussage, Aufbau und gedanklicher Genauigkeit überarbeitet.
- Epistemisches Schreiben: Beim Schreiben entstehen neue Gedanken, weil Zusammenhänge formuliert, geordnet und weiterentwickelt werden.
In der Praxis gehen diese Formen ineinander über. Eine Schreibgruppe oder ein Schreibkurs kann helfen, den eigenen Umgang mit Sprache bewusst zu erproben und Ausdrucksmöglichkeiten zu erweitern.
Literatur und Weiterdenken
Wer Schreiben untersucht, bewegt sich zwischen Sprachgeschichte, Bildung, Medienwandel und kreativem Arbeiten. Hilfreich ist deshalb der Blick auf das Werkzeug ebenso wie auf den Schreibprozess und die Wirkung eines Textes.