Was bedeutet ISBN?
ISBN steht für International Standard Book Number, auf Deutsch Internationale Standard-Buchnummer. Sie kennzeichnet selbstständig veröffentlichte Bücher und andere geeignete Verlagserzeugnisse. Eine ISBN beschreibt dabei eine bestimmte Ausgabe: Ein Hardcover, ein Taschenbuch und eine digitale Ausgabe desselben Titels erhalten in der Regel jeweils eine eigene Nummer.
Zum ISBN-System gehören unter anderem gedruckte Bücher, Broschüren, geeignete Hörbücher, elektronische Publikationen, digitale Kopien monografischer Werke sowie bestimmte Lehr- und Lernmedien. Zeitschriften und andere fortlaufende Reihen werden dagegen mit einer ISSN bezeichnet.
Der Aufbau der ISBN-13
Die heute gebräuchliche ISBN-13 besteht aus dreizehn Ziffern. Zur besseren Lesbarkeit wird sie in fünf durch Bindestriche oder Leerzeichen getrennte Bereiche gegliedert. Bei einer Recherche können die Trennzeichen meist weggelassen werden.
Präfix3
Gruppe86631
Verlag007
Titel0
Prüfung
Beispielhafte Gliederung: Präfix, Gruppennummer, Verlagsnummer, Titelnummer und Prüfziffer.
1. Präfix
Das dreistellige Präfix ordnet die Nummer dem Buchbereich zu. Für viele ISBN-13 beginnt es mit 978; weitere Präfixbereiche können bei wachsendem Bedarf genutzt werden.
2. Gruppennummer
Die Gruppennummer steht für einen sprachlichen, geografischen oder vergleichbaren Veröffentlichungsbereich. Im deutschsprachigen Raum ist die 3 ein häufiges Gruppenelement.
3. Verlagsnummer
Dieser Abschnitt identifiziert den Verlag oder die veröffentlichende Einheit innerhalb der Gruppe. Seine Länge kann variieren: Je nach Umfang des Nummernkontingents fällt der Titelbereich entsprechend länger oder kürzer aus.
4. Titelnummer
Die Titel- oder Ausgabennummer unterscheidet einzelne Produkte eines Verlages. Eine neue Ausgabe, ein anderes Format oder eine abweichende Bindungsart kann deshalb eine neue ISBN benötigen.
5. Prüfziffer
Die letzte Stelle wird nach einer festgelegten Rechenregel ermittelt. Sie dient dazu, Eingabefehler zu erkennen und die formale Plausibilität der ISBN-13 zu prüfen.
ISBN-10 und ISBN-13
Ursprünglich bestand die ISBN aus zehn Stellen. Seit 2007 wird für neue Veröffentlichungen grundsätzlich die dreizehnstellige Form verwendet. Eine ISBN-10 lässt sich für viele Nummern in eine ISBN-13 überführen, indem das Präfix 978 ergänzt und die Prüfziffer neu berechnet wird.
ISBN-10: 3-86631-007-2
ISBN-13: 978-3-86631-007-0
Die ISBN-13 ist mit der im Buchhandel verwendeten EAN-Struktur kompatibel und kann als Strichcode dargestellt werden. Für ISBN-13 mit dem Präfix 979 gibt es nicht in jedem Fall eine entsprechende ISBN-10.
Geschichte und Vergabe
Das System entstand in den 1960er-Jahren in Großbritannien und wurde 1969 in Deutschland eingeführt. Die Vergabe erfolgt über nationale oder regionale ISBN-Stellen, die in das internationale ISBN-System eingebunden sind. Die internationale Koordination hält die Regeln und Nummernstrukturen zusammen.
Wofür wird die ISBN gebraucht?
Für Buchhandlungen, Bibliotheken, Verlage und Datenbanken ist die ISBN ein präzises Identifikationsmerkmal. Sie erleichtert Bestellung, Katalogisierung, Lagerverwaltung und Recherche. Auf einem Buch wird sie meist im Impressum und außen am Umschlag, häufig zusätzlich als Barcode, angegeben.
Die ISBN ist nicht automatisch ein Qualitätsurteil und auch kein gesetzlicher Nachweis für jede Art von Veröffentlichung. Nicht alle selbstverlegten oder sehr kleinen Publikationen benötigen eine ISBN. Ob sie vergeben wird, hängt vom Publikationsweg, dem vorgesehenen Vertrieb und den jeweiligen Anforderungen ab.
Verwandte Begriffe
Wer sich weiter mit der Ordnung von Veröffentlichungen beschäftigt, findet im Buecher Wiki passende Einstiege zu Buchmarkt, Verlagswesen, Bibliothekswesen und Buchgeschichte.
Normative Angaben und Zuständigkeiten können sich ändern. Für aktuelle Vergabefragen sind die jeweils zuständigen ISBN-Stellen maßgeblich.