Als Exilliteratur wird meist Literatur bezeichnet, die im Zusammenhang mit einer erzwungenen Emigration entsteht. Auslöser können politische Verfolgung, Zensur, ein Schreibverbot, Unterdrückung, Bedrohung oder Verbannung sein. Eine freiwillige Auswanderung allein genügt für die literaturgeschichtliche Einordnung nicht.

Das Exil bedeutet häufig den Verlust vertrauter sozialer Beziehungen und des kulturellen Umfelds. Hinzu kommen Schwierigkeiten beim Zugang zu Verlagen, Lesepublikum und dem eigenen sprachlichen Raum. Zugleich entstehen an neuen Orten literarische Netzwerke, Zeitschriften und Formen des Austauschs. Für die deutschsprachige Exilliteratur zwischen 1933 und 1945 sind mehrere hundert Zeitschriften und Publikationsorte dokumentiert.

Exilliteratur ist kein auf eine einzelne Epoche begrenztes Phänomen. Beispiele reichen von Ovid und Dante Alighieri über Autorinnen und Autoren des 19. Jahrhunderts bis zu Schriftstellern, die im 20. Jahrhundert aus politischen Gründen ihre Heimat verlassen mussten. Auch nach 1945 entstanden neue Exilerfahrungen, etwa durch Ausweisungen und politische Repression in Staaten des Ostblocks.

Innere Emigration

Von der Exilliteratur wird die sogenannte innere Emigration unterschieden. Gemeint ist Literatur, die im eigenen Land unter einem repressiven politischen System entsteht, obwohl ihre Verfasserinnen und Verfasser innerlich Abstand zu diesem System halten. Die Begriffe sind historisch umstritten und müssen jeweils im konkreten biografischen und politischen Zusammenhang betrachtet werden.

Schriftstellerinnen und Schriftsteller

Die folgenden Namen stehen für unterschiedliche Zeiten, Sprachen und Formen des Schreibens im Exil: