Grundlagen
Was bedeutet Erzähler?
Ein Leitfaden für die genaue Lektüre erzählender Texte.
In der Literaturwissenschaft bezeichnet Erzähler eine Instanz, die das Geschehen eines erzählenden Textes vermittelt. Sie kann als deutlich erkennbare Stimme auftreten, sich als Figur an der Handlung beteiligen oder weitgehend im Hintergrund bleiben.
Der Erzähler ist dabei vom Autor zu unterscheiden. Der Autor verfasst das Werk; der Erzähler ist eine vom Text entworfene Vermittlungsinstanz. Auch wenn ein Text persönliche oder autobiografische Züge trägt, sollten beide Ebenen nicht vorschnell gleichgesetzt werden.
Erzählende Texte gehören zur Epik. Dazu zählen etwa Romane, Erzählungen und Novellen. Im mündlichen Erzählen kann dagegen eine reale Person unmittelbar vor einem Publikum erzählen. Für die Analyse literarischer Texte ist vor allem die textinterne Erzählinstanz entscheidend.
Erzähler und Erzählinstanz
Der Begriff Erzählinstanz betont, dass nicht immer eine klar umrissene Figur spricht. Ein Text kann eine Stimme, eine Perspektive und eine Auswahl von Informationen erkennen lassen, ohne dass daraus eine handelnde Person innerhalb der Geschichte entsteht.
Die Erzählstimme kann zuverlässig oder begrenzt informiert wirken, kommentieren oder sich auf beobachtbare Vorgänge beschränken. Diese Eigenschaften werden aus dem Text erschlossen und nicht allein aus dem Namen des Autors abgeleitet.