Eintrag
Eine Zeitschrift für Literatur
Am Erker erscheint zweimal jährlich und ist besonders für phantastische Kurzgeschichten bekannt.
Am Erker gehört zu den langlebigen deutschsprachigen Literaturzeitschriften. Die Ausgaben verbinden Kurzprosa mit thematischen Schwerpunkten und festen Rubriken. Verlegt wird die Zeitschrift vom Daedalus Verlag.
Der Titel entstand 1977 aus einem literarischen Umfeld, das sich zuvor in kleineren Publikationsprojekten und Literaturkreisen entwickelt hatte. Die Zeitschrift steht damit auch für eine Form des Schreibens und Herausgebens, die aus gemeinsamer Arbeit, Experimentierfreude und enger Verbindung zur literarischen Praxis hervorging.
Von ersten Kopien zur Zeitschrift
Ein Vorläufer war „Der Maiskolben“, ein zunächst sehr klein verbreitetes Heft aus Emsdetten. Die frühen Ausgaben wurden mit einfachen Vervielfältigungstechniken hergestellt und in wenigen Exemplaren weitergegeben. Später wuchs die Auflage, und die Hefte wurden über Buchhandlungen in mehreren Städten vertrieben.
1978 ging Am Erker aus der Verbindung von „Der Maiskolben“ mit der Lüner Literaturzeitschrift „Texte“ hervor. Aus den improvisierten Anfängen entwickelte sich so ein eigenständiges Magazin mit regelmäßiger Erscheinungsweise und einem breiteren literarischen Netzwerk.
Redaktionelle Themen
Im Zentrum stehen Kurzgeschichten, deren Themen von Ausgabe zu Ausgabe wechseln. Ergänzt werden sie durch wiederkehrende Beiträge, Zeichnungen und literarische Kolumnen. Dazu gehört auch eine Krimikolumne; außerdem prägen Cartoons und Vignetten das Erscheinungsbild des Magazins.
Die Geschichte von Am Erker zeigt, wie Literaturzeitschriften Räume für neue Texte schaffen: nicht nur durch die Veröffentlichung einzelner Geschichten, sondern auch durch die Pflege von Kontakten, Rubriken und wiederkehrenden Formen.
Auszeichnungen und Kurzgeschichtenpreis
1998 erhielt Am Erker den Hermann-Hesse-Preis für Literaturzeitschriften. Darüber hinaus wird ein Kurzgeschichtenpreis im zweijährigen Turnus ausgeschrieben. Die Auszeichnung wird gemeinsam von Am Erker und der Universität Münster getragen.